„Moor & mehr“ lautet das Themenjahr des Naturparks Bourtanger Moor – Veenland, der in diesem Jahr Jubiläum feiert. Ein Erlebnisvormittag im Emsland Moormuseum könnte ähnlich klingen und ist ein Modul, das im Rahmen des Netzwerkprojektes „Naturpark-Schule“ angeboten wird. Die Viertklässler erleben hier eine spannende Entdeckertour rund um die faszinierende Welt der Moore.
Bei strahlendem Sonnenschein übernehmen „Anna & Anna“ die Führung. In zwei Gruppen aufgeteilt geht es abwechselnd durch Ausstellung und Außengelände – immer auf den Spuren der Moor-Geschichte(n) im Emsland.
Der Rundgang beginnt in Halle 2 mit einer Zeitreise ins Jahr 1950. Vor dem gewaltigen Otto-Meyer-Pflug, dem „Mammut“, tauchen die Kinder in das Leben vergangener Generationen ein. Im interaktiven Austausch wird schnell klar, wie hart der Alltag im Moor früher war: Familien mit vielen Kindern lebten auf kleinen Höfen, gestochenen Torf nutzten sie zum Heizen. Staunen und ungläubiges Raunen begleiten die Erzählungen – für die Kinder kaum vorstellbar. Auch technische Fragen kommen nicht zu kurz: Worin liegt der Unterschied zwischen Lokomobil und Lokomotive? Und warum sind die Menschen damals nicht einfach ausgewandert? Fragen wie diese zeigen, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema auseinandersetzen.
Draußen wird das Moor schließlich selbst erlebt: hüpfend testen die Kinder den federnden Untergrund. Mit allen Sinnen erkunden sie typische Pflanzen wie Torfmoos, Heide und Birken. Besonders eindrucksvoll: das Wollgras, das sich aktuell sanft im Wind bewegt.
Nach der Frühstückspause geht es praktisch weiter. Schwarztorf und Weißtorf werden ertastet, verglichen und gewogen – so erschließen sich die Unterschiede ganz spielerisch. Auch mathematisches Denken ist gefragt: Wie langsam wächst ein Moor eigentlich? Schnell wird klar – nur etwa ein Millimeter pro Jahr. Umso deutlicher wird, warum Moore als Lebensraum so wertvoll und schützenswert sind. Beim Basteln ihres eigenen „ökologischen Handabdrucks“ sammeln die Kinder Ideen, wie sie selbst zum Schutz beitragen können – vom Radfahren bis zur Müllvermeidung.
Ein besonderes Highlight bildet die anschließende Fahrt mit der Feldbahn. Während der Rundfahrt über das Gelände schweifen die Blicke über die Moorlandschaft, die Stimmung ist ausgelassen – spätestens in der neuen Erlebnislandschaft erreicht die Begeisterung ihren Höhepunkt.
Ein Vormittag voller Eindrücke, Wissen und Erlebnisse – und mit vielen neuen Geschichten rund um das Moor im Gepäck.